Uni-Städte in Deutschland


Wenn es darum geht, den Platz für die eigene Ausbildung zu finden, gewichten angehende Akademiker in Deutschland die Reputation oder das Ranking der Universität erstaunlich niedrig. Im Wort “Studentenleben” steckt eben untrennbar das Wort “Leben” – und das möchten Jungakademiker genügend honoriert wissen. Entsprechend spielen die Fragen nach Wohn- und Lebenshaltungskosten, den Angeboten für Freizeit und Nachtleben sowie auch verfügbare Studentenjobs und Praktikumsplätze eine hohe Rolle. Folglich ist die Kneipendichte oft wichtiger als das Betreuungsverhältnis an der Uni, die Anzahl vorhandener Praktikumsplätze wichtiger als die Anzahl an Plätzen im Seminar und der Flirtfaktor im Nachtleben der Stadt entscheidender als das Prestige der Hochschule, die man besucht.

Jüngste Umfragen brachten daher durchaus überraschende Ergebnisse: entgegen der vielleicht verbreiteten Meinung waren es nicht die “typischen” Studentenstädte, die auf den vorderen Beliebtheitsplätzen landeten. Studentenstädte wie Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Tübingen oder Marburg zeichnen sich zwar durch ihre exzellenten Unis und eine extrem hohe Anzahl an Studenten pro Einwohner aus (in Marburg etwa ist jeder dritte Einwohner Student), können aber in puncto Freizeit- und Jobangebot sowie Nachtleben nicht mit den großen Metropolen mithalten, die allesamt auf den vorderen Plätzen landen.

An vorderster Stelle wird oft Berlin genannt: die Stadt bietet alles, was sich die Studenten wünschen, glänzt mit ihrer Vielfalt und ist überdies auch noch konkurrenzlos günstig, wenn es um Wohnung und Lebenshaltungskosten geht. Ebenfalls weit vorne landen Hamburg und München. Hier gleicht ein reichhaltiges und vielfältiges Angebot an Beschäftigungsmöglichkeiten und Praktika die hohen Preise teilweise wieder aus. Ähnlich sieht es auch bei Düsseldorf und Frankfurt aus. Abgeschlagen in der Schlussgruppe finden sich übrigens Städte wie Greifswald: durchaus nicht hässlich, aber mit zu wenigen Kneipen und Kinos – für Studenten ein KO-Kriterium.