Berufsunfähigkeit ist in den Augen vieler ein Phänomen, welches vor allem bei Erwerbstätigen in Erscheinung tritt. Ein Grund für diese Haltung ist die Ansicht, dass Unfälle Hauptursache sind. Für Studenten ist die Absicherung gegen dieses Risiko also völlig uninteressant und kann für die Zeit nach dem Karrierestart aufgeschoben werden.
Experten sehen die Situation allerdings völlig anders. Inzwischen sind Unfälle schon lange nicht mehr Grund Nr. 1 für die Berufsunfähigkeit. Und auch das Studenten ihre Vorsorge auf die lange Bank schieben können, ist eine Haltung, welche aus Expertensicht mehr als riskant ist. Allerdings – und dies darf nicht unerwähnt bleiben – ist es für angehende Akademiker alles andere als einfach, sich optimal abzusichern.
Berufsunfähigkeit kann auch Studenten treffen
Welche Ursachen hat die Berufsunfähigkeit heute? Statistiken zeigen, dass Krebs, Herzkreislauf-Leiden, Probleme mit Muskel- und Skelettapparat sowie psychische Erkrankungen und Allergien inzwischen zu den Hauptursachen geworden sind. Anhand dieser Tatsache wird klar, warum mittlerweile selbst Studenten an die Vorsorge denken sollten. Denn es besteht durchaus die Gefahr, während des Studiums schwer zu erkranken, Kontaktallergie zu entwickeln usw. Und natürlich beliebt weiterhin das Unfallrisiko im Raum stehen. Für Studenten gelten übrigens ähnliche Vorgaben wie für andere Versicherte, was die Nachversicherungsgarantie oder die abstrakte Verweisbarkeit betrifft. Letztere sichert dem Versicherer die Möglichkeit zu, im Schadensfall – also wenn Studenten als arbeitsunfähig gelten – den Versicherungsnehmer auf eine andere Tätigkeit zu verweisen und die Leistung zu verweigern.
Darüber hinaus müssen Studenten aber einige Punkte besonders beachten, welche die Suche nach einer passenden Berufsunfähigkeitsversicherung schwierig machen.
Studenten und die Berufsunfähigkeitsversicherung
Grundlage der Berufsunfähigkeitsversicherung ist im Regelfall der/die zuletzt ausgeübte Beruf/Tätigkeit. Im Rahmen der Absicherung für Studenten ergeben sich daraus Probleme, da sich hier ein Beruf nur anhand des angestrebten Abschlusses nicht definieren lässt. Aus diesem Grund lehnen Versicherer den Abschluss einer vollwertigen BU-Versicherung für Studenten nicht selten ab. Stattdessen unterbreiten sie diesen ein Gegenangebot – den Abschluss einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung mit Wechseloption in die Berufsunfähigkeitsversicherung nach Studienende.
Ein Teil der Versicherungsunternehmen schlägt quasi einen Mittelweg ein und versichert Studenten gegen Berufsunfähigkeit – allerdings zu abgespeckten Bedingungen. In der Praxis bedeutet dies eine maximale BU-Rente von 1.000 bis 1.500 Euro. Experten raten deshalb dazu, den Vergleich der Tarife möglichst genau durchzuführen. Dazu gehört auch der Blick in die Anschlussversicherung. Lässt sich die BU-Rentenhöhe nach Studienende problemlos und ohne erneute Gesundheitsprüfung anpassen? Oder ist der Übergang von einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung in die Berufsunfähigkeitsversicherung möglich – auch ohne dass Studenten nach ihrem Abschluss Hürden zu überwinden haben.